Mittwoch, Oktober 26, 2011

i wouldn't bother but this means everything to me.

gestern. samiam. im A. R. M.

wie ich diese location liebe! es gibt in dieser stadt nichts, das die titulierung "heruntergekommener rockschuppen" und damit meine bedingungslose begeisterung mehr verdient hätte. das niedrige kellergewölbe, die graffitis, die aufkleber an den wänden, das publikum, in dem ich mich zwischen den trägern der lagwagon- und hot water music-hoodies gleich zu hause fühle. denn: wer shirts von diesen bands, muss einfach ein guter mensch sein.

geschätzte 200 leute drängten sich in dem kleinen club. kein wunder, wann bekommt man in dieser stadt schon mal eine solche band zu sehen!?! noch dazu im A. R. M.?
die tatsache, dass es keine erhöhte bühne gibt, machte das ganze noch privater als ohnehin schon. und spätestens, als die ersten takte von "sunshine" erklangen, fühlte ich mich in die vergangenheit katapultiert.

diese musik ist einfach besonders für mich. wie oft bin ich dazu mit rudernden armbewegungen auf der tanzfläche herumgestürzt! meist angefeuert vom ein oder anderen jackie-cola.

unsterbliche klassiker wie "wisconsin", "mexico", "stepson", "superbrava", ein rausgerotztes "capsized", mein heißgeliebtes "mud hill" und als erste zugabe natürlich "dull".

♥♥♥




irgendwie waren mitsingen und abgehen wichtiger. aber zumindest versucht haben wollte ich es, das mit dem foto als erinnerung.


der song zu den fotos war:
mud hill


Dienstag, Oktober 18, 2011

denn die leere in uns drin wächst jeden tag.

das war's. der letzte vorhang für "tanz der vampire" in stuttgart ist gefallen. und die dernière war so großartig, dass mir nach wie vor ein bisschen die worte fehlen. was für ein fulminanter abschluss für eine unvergessliche zeit.




in der nachmittagsvorstellung reihte sich dernièrengag an dernièrengag. ich glaube, das hat es bei stage-aufführungen schon sehr lange nicht mehr gegeben. ich hoffe aber inständig, dass man sich auch in zukunft an diese tradition erinnert, denn ich finde es toll, wenn sich darsteller und fans auf diese besondere art und weise von einem stück verabschieden dürfen. das ist einfach das salz in der suppe.

gegen die matinee kam die abendvorstellung natürlich gag-technisch nicht an. was aber, in anwesenheit diverser offizieller, auch niemand erwartet hat.

ich fasse mich kurz, was die kleinen und größeren besonderheiten der show angeht. die vielen kleinen gesten, die kunstpausen und die situationskomik, die natürlich vom publikum lautstark bejubelt wurden, kann man sowieso niemandem erklären, der nicht live dabei war. also los:


- als der graf (jan ammann) den saal betrat, standen die besucher rechts und links des ganges auf, so dass er durch ein spalier bis zu bühne gehen musste. kleine aktion, große wirkung und ein gänsehautmoment, der mich ziemlich unvorbereitet getroffen hat.
- sarah (amelie dobler) bekam zuerst von chagal (christoph
leszczynski) den hintern versohlt und bevor er aus dem zimmer verschwand noch einen kuss.
- geküsst wurde ausnahmsweise auch rebecca (miriam lotz) bevor der gatte sich aufmacht, die tochter aus den fängen des grafen zu retten.
- in der gruftszene sagte alfred (krisha dalke) "und zum allerletzten mal, ich kann das trotzdem nicht!", auf das "es hat keinen sinn mit dir" des professors (christian stadlhofer), kam prompt ein "neeee!", was den professor wohl dazu veranlasste, beim rausgehen "seit drei jahren rede ich jetzt auf dich ein..." zu sagen.
- jan sang bei der "gier" diesmal "ich werde nie im leben satt sein" und zerdepperte zudem die kleine lampe vorn am bühnenrand (wobei letzteres natürlich nicht unter dernièrengag zu verbuchen ist, aber ich wette, davon hat er die ganzen 1,5 jahre in stuttgart heimlich geträumt ;))
- beim "tanzsaal" änderte jan den text von "als wir versammelt waren beim letzten mal" in "ZUM letzten mal".

besonders christoph, christian und krisha gaben sich alle mühe, immer wieder kleinigkeiten einzubauen, die den saal zum lachen brachten. sie brauchten nur kleine gesten, um die show so besonders zu machen, wie es dem abend angemessen war.

schade fand ich allerdings, dass mit amelie dobler und marc liebisch als herbert die neuen erstbesetzungen spielten. das ist natürlich der tatsache geschuldet, dass florian fetterle das musical bereits verlassen hat und es nach dem weggang von sabrina auer keine "echte" first cast-sarah gab. was flo, der an diesem abend im publikum saß, durch den kopf gegangen ist, als sein nachfolger im schlosstor erschien, würde ich zu gern wissen. was MIR durch den kopf gegangen ist, kann ich sagen: dass der jubel sicher orkanartige stärken erreicht hätte, hätte flo ein letztes mal sein berühmtes "gigantisch rrrrrromantisch" rausgehauen, nämlich. aber man kann halt nicht alles haben und das ist jammern auf hohem niveau.



das meer aus roten knicklichtern, das frenetisch bejubelte finale, die strahlenden gesichter der cast, die ein oder andere träne, die auf und vor der bühne verdrückt wurde, der vom fanclub organisierte rosenregen... alles passte.






(video von 2208matze)


der definitiv emotionalste teil stand mir aber noch bevor.
dass es an der stagedoor voll sein würde, war klar, aber mit dem szenario, das mich erwartete, hatte ich nicht gerechnet. ich bin schlecht im schätzen, aber 500 menschen werden es sicherlich gewesen sein, die sich da auf dem hof, den balkonen und dem weg zwischen theater und suites versammelt hatten.



das, was sich an diesem abend an der stagedoor abgespielt hat, lässt sich nur schwer in worte fassen.
es war unglaublich, wie die cast - von jan auf vehementes drängen der masse zusammengetrommelt -
mehr oder weniger fassungslos und gerührt, filmend, fotografierend und jubelnd auf der treppe stand, das exakte abbild dazu direkt zu ihren füßen.
immer wieder waberte dieses „danke, danke, danke!“ durch die reihen. auf beiden seiten.


nachdem die fans ihr eigens vom tdv-fanclub getextete abschiedslied zum besten gegeben hatten, ertönten "wir woll'n euch singen hör'n"-sprechchöre. es dauerte eine weile, bis die cast sich sortiert hatte, aber als sie schließlich nochmal das finale anstimmten, wurden sie augenblicklich stimmgewaltig von den fans unterstützt.
bis dahin war ich relativ entspannt, aber das gemeinsame singen und das wissen, bei etwas einmaligem dabei zu sein, hat mich schließlich doch noch dahin gerafft. diesen moment werde ich nie im leben vergessen.


(video von 2208matze)


manch einer mag jetzt vielleicht denken, dass es doch "nur" ein musical ist, dass zwar einige darsteller die cast verlassen, das stück aber in berlin noch ein paar monate laufen wird und abschiedsschmerz ein bisschen fehl am platz ist.
ganz so ist es aber nicht. zumindest nicht für mich. ich freue mich, dass ich einen großteil der cast in berlin wiedersehen werde, aber ich muss mich von meinem lieblingsgrafen verabschieden, habe meinen lieblingsherbert schon bei der derniere furchtbar vermisst, genau wie meine lieblingsmagda, und ich kann mir nur schwer jemand anderen als krisha in der rolle des alfred vorstellen, einfach weil ich ihn am häufigsten gesehen habe.

was aber noch schwerer wiegt: ich hab in stuttgart menschen getroffen, die mich nie belächelt haben, weil ich so für dieses stück schwärme, weil sie genauso sind. menschen, die mir im lauf der zeit so sehr ans herz gewachsen sind, dass ich mir gar keine sorgen mache, ob wir uns auch nach den vampiren noch sehen werden. wir haben schon den ein oder anderen ausflug geplant, auf den ich mich freue.
und trotzdem: die gemeinsamen shows, der obligatorische sekt in der pause, das warten an der stagedoor und die diskussionen, ob nun lucas, vanni oder toby der beste black war, ob wir flo soyka lieber als graf, chagal oder eben im ensemble sehen, wie es sein kann, dass paula sich SO verbiegt und das obligatorische augenrollen, werden mir fehlen. es werden andere darsteller kommen, die uns begeistern, aber es war DIESE cast, die uns zusammengeschweißt hat. es wird nicht das gleiche sein, wenn wir uns berlin wieder treffen.
aber wenigstens WERDEN wir uns in berlin treffen. vielleicht nicht gleich, aber sobald kevins spielzeit beginnt.

am ende bleibt mir nur noch, "danke" zu sagen. danke für die vielen, tollen shows, den ein oder anderen plausch an der stagedoor und alles andere, das diese spielzeit so besonders gemacht hat. dieser abschied, der zu gleichen teilen euphorisch wie auch traurig war, wird mir verdammt lange im gedächtnis bleiben.
ich weiss auch zwei tage späer noch nicht genau, wohin mit meinen WOWs und DANKEs!!!








Mittwoch, Oktober 05, 2011

was nützt uns die erkenntnis, dass das was heimat war jetzt fremd ist.



und nochmal jupiter jones. einfach, weil es gerade so gut zu meinem gemütszustand passt.

Montag, Oktober 03, 2011

klar hab ich angst und klar weiss ich´s besser.



"zurück ins licht, der sonne entgegen.
ist es kalt da wo du stehst,
dann fang an dich zu bewegen. 
halb so schlimm, damit lässts sich leben,
vielleicht auch nicht, vielleicht auch gerade eben.


hab gesungen und ich hab geschrien,
hab gehasst und verflucht und das weite gesucht,
um am ende hier zu stehn: 
den kopf im wind, den arm um´s glück gelegt,
die beine am boden und tonnen geduld,
weil´s immer zu früh ist zu gehn.

klar hab ich angst und klar weiss ich´s besser,
am ende von allem steht immer ein stammtisch. 
aus liebe und angst und hass und verzeiflung,
ich hab ihn selbst gesehn...
.... und überlebt!

zurück ins licht, der sonne entgegen.
ist es kalt da wo du stehst,
dann fang an dich zu bewegen. 

halb so schlimm, damit lässts sich leben,
vielleicht auch nicht, vielleicht auch gerade eben."


meine zweite "arschtritt"-band.
songtexte sind ja - wie an meinen blogüberschriften unschwer zu erkennen - immens wichtig für mich. ich sitze stundenlang mit dem cd-booklet auf den knien vorm lautsprecher und lese mit, was ich da höre. deswegen kann ich fast alles auswendig, was ich irgendwann mal gehört habe. so gut, dass ich bei "wetten, dass...?" auftreten könnte, würde mich das lampenfieber (und die angst, herr gottschalk könnte mir kumpelig die schulter tätscheln) nicht schon vorher außer gefecht setzen.
meine wohnung zieren diverse bilderrahmen mit auszügen aus songs. dinge wie "brauchst du freiheit oder nur auslauf oder kannst du nicht ohne fesseln, hast du angst vorm platz am steuer oder vor deinem in den nesseln" oder "who the hell are you to tell me what i am", "spare me your smile, your kindness kills me" und "take all you have and turn it into something you were missing".
die meisten zitate an den wänden stammen aber von jupiter jones. weil sie so oft die worte finden, die mir fehlen. es passt einfach so vieles. und es ist nicht leicht, deutsche songtexte zu schreiben, für die man sich nicht fremdschämt.

danke fürs arschtreten!



Mittwoch, September 28, 2011

swept back.

liebes schicksal, du willst mich verarschen, oder?

schon wieder das ARM, schon wieder eine band, die zu münster gehört. weil sie aus münster kommt. ghost of tom joad.
 

henrik roger (gitarre/gesang), jens mehring (bass/gesang) und christoph schneider (schlagzeug/gesang) haben sich im winter 2006 in münster zusammengetan und ihre band nach einem song von bruce springsteen benannt. nach der ep "is this what you call a fronterlebnis?", "no sleep until ostkreuz", "köln-brüssel-paris" und "matterhorn" erschien 2011 das neue album "black music", das sie gerade auf tour präsentieren.

ich bin auf die band aufmerksam geworden, weil sie
a) eben aus münster kommt und

b) von niemand geringerem als dennis scheider, dem ehemaligen gitarristen von muff potter produziert werden.


und damit sind wir beim unschönen teil meiner beziehung zu ghost of tom joad. denn eben diese waren es, die im dezember 2009 die grabrede für meine heißgeliebten muff potter halten durften.
streng genommen ist das natürlich eine ehre und henrik wurde auch nicht müde, dem publikum das immer wieder zu versichern. trotzdem erinnert mich diese musik unweigerlich an das dahinscheiden der potters und so sehr ich mir auch mühe gebe, ich werde NIE irgendwas positives an diesem abend finden.

am heutigen vielleicht schon. sofern da nicht wunden aufgerissen werden.


wenn jetzt jemand denkt: "pfffft... heul doch nicht rum, du musst ja nicht hingehen."... richtig. wollte ich auch nicht. und dann gewinne ich gästelistenplätze bei einer visions-verlosung.

noch fragen?




Mittwoch, September 21, 2011

easy to love.

der fc bayern ist ja - um es mal diplomatisch auszudrücken - nicht so meins. noch nie gewesen. das wird auch nichts mehr. genau genommen bin ich überzeugt, dass mehmet scholl das einzig sympathische an diesem verein war und da auch niemand mehr nachkommt. so einer wie mehmet sowieso nicht.

ich mochte, dass er die frage nach dem lieblingsberuf mit "spielerfrau" beantwortete, mit seiner eigenen spielerfrau niemals streit hatte, außer als sie mit aufs hochzeitsfoto wollte und sich fürs neue jahr wünschte, dass man den rasen im waldstadion kürzer mähen würde, damit er seinen freund horst heldt besser sehen könnte.
und ich mochte, dass und vor allem WAS er "kompilierte". noch lieber mochte ich damals natürlich die hot shots, schon aus vereinstechnischen gründen. und lars ist nach seiner karriere wenigstens nicht als roadie mit den sportfreunden auf tour gegangen. aber geschenkt.

fußball und musik spielen bis heute eine entscheidende rolle im leben von mehmet scholl. während er für die fußballlehrer-lizenz die schulbank drückt, hat er mit zwei freunden sein eigenes musiklabel millaphon gegründet.
beides kommentiert er gewohnt unaufgeregt im 11freunde-interview.

ach mehmet, du machst es mir indie-fangirl aber auch leicht...

Donnerstag, September 08, 2011

meet you in the middle.

yeeeha! der mann mit der reibeisenstimme ist wieder da!

das neue album von chuck ragan steht in den startlöchern! den ersten song gab's schon zum download, jetzt gibt' das komplette album als stream und ab 5. oktober geht's auf revival tour.
chuck zusammen mit brian fallon von the gaslight anthem, dan andriano von alkaline trio und dave hause von the loved ones. wenn es den liebhaber der gepflegten rockmusik da nicht aus den chucks haut, weiss ich es auch nicht.

für mich jedenfalls ist das die perfekte ausrede, des konzertes wegen mal wieder nach münster zu fahren. chuck geht irgendwie nur in münster. ob nun solo, mit hot water music oder eben auf "revival tour".

die qualität des videos ist nicht der knaller, aber es fängt ganz gut ein, wie ein abend mit mr. ragan aussehen kann.



live your heart and never follow.

es ist kein traum und endet nie.


während die musicalwelt darüber spekuliert, als was jan ammann nach der stuttgarter derniere von "tanz der vampire" auf der bühne stehen wird, bin ich in meiner erinnerungskiste über das gestolpert, was er vorher getan hat. jekyll & hyde in bad hersfeld.
 
ich erinnere mich nicht exakt daran, wie viele abende ich auf dem rasen vor der stiftsruine gesessen habe, da verschwindet die erinnerung leider in unzähligen abenden in unzähligen sommern.
 

dafür erinnere ich mich sehr gut daran, dass ich an dem abend, an dem deutschland gegen porutgal spielte IN der ruine saß und mir das lachen verkneifen musste, weil jubelstürme und autokorso ausgerechnet zu lucys letztem solo losbrachen. 

wenn ich mir ein bisschen mühe geben, finde ich in meinem archiv auch den dazgehörigen zeitungsartikel sowie die restlichen fotos noch. 



und das ist nur eine der zahlreichen, kleinen geschichten, die mir aus diesem sommer im gedächtnis geblieben sind. dieses entspannte zusammensitzen von schauspielern und publikum gibt's eben nur in bad hersfeld.
schön war's.



beide artikel stammen aus der hersfelder zeitung




die artikel gibt's HIER in groß





Dienstag, September 06, 2011

do you still remember all those summernights.

pilot of the airwaves
here is my request
you don't have to play it
but i hope you'll do your best
i've been listening to your show on the radio
and you seem like a friend to me...
kennt das noch jemand? also weniger den song von charlie dore, eher das gefühl, das sie beschreibt.

keine ahnung, wie viele nächte ich früher vorm ghettoblaster gesessen habe, den finger immer auf der record-taste, auf anfang und ende des songs lauernd, damit der "pilot of the airwaves" mir nicht ins lied quatscht. hat er natürlich meistens doch. oder aber ich hab das ende verpennt und gleich noch die nachrichten mit aufgenommen.
die tapes besitze ich allesamt heute noch. liebevoll mitgeschnittene radiosongs und noch liebervoller beschriftete kassettenhüllen. heute klingt das geradezu nostalgisch.

aber ich erinnere mich an das gefühl als wäre es gestern gewesen. ich hockte mit angezogenen knien auf meinem rattansessel oder auf dem fensterbrett meines zimmers, irgendwo glimmte ein teelicht, später dann auch mal eine zigarette, ich schrieb seitenweise herz-schmerz-geschichten in mein tagebuch und im hintergrund lief das radio. der moderator stellte songs vor, die gerade in england oder den usa angesagt waren und spielte maxi-versionen oder remixe von aktuellen hits. damals hieß das noch "hitparade international" und nicht "chartshow". es gab tatsächlich neue songs zu entdecken, statt den ganzen mist, der sowieso zwei mal pro stunde lief.

worauf ich hinaus will: es war spannend, radio zu hören. damals hatte radio nichts mit dem einheitsbrei von heute zu tun.

ich sitze acht stunden am tag in einem großraumbüro und ertrage den einzigen sender, auf den wir uns einigen konnten. früher mochte ich diesen sender sehr gern, weil er mit "wir sind das gegenteil von dudelfunk!" werbung machte und das gegenteil von dudelfunk war. immer wieder dachte ich "hach, lange nicht gehört!" oder "wie geil, wer IST das?". ich fühlte mich an früher erinnert, weil dieser sender sich wohltuend von allen anderen abhob. ich meine, wo werden heute schon im nachmittagsprogramm die queens of the stoneage gespielt? richtig.
sie warben damit, nicht ständig nur den einen song eines künstlers zu spielen, den sowieso jeder kennt. und früher haben sie sich auch daran gehalten.
wäre ich heute einzig und allein auf diesen sender angewiesen, müsste ich irgendwann sehr überrascht feststellen, dass bryan adams andere songs neben "summer of 69" geschrieben hat. ich wüsste nicht, dass bruce springsteen nicht nur "born in the usa" singen kann und die foo fighters jemals eine andere singelauskopplung als "resolve" getätigt haben. es gibt nur noch bon jovi, ac/dc (btw: gab's was ausser TNT und money talks?), sunrise avenue "human" von the killers und nickelback. oder "like the way i do" von melissa etheridge. und "nothing else matters" von metallica. ach ja... wenn's mal ganz exotisch wird: "the boys are back in town" von thin lizzy.

ich könnte in die tastatur kotzen, so berechenbar ist das. 
"oh, kurz nach fünf! jetzt wird's aber zeit für "human" von the killers, sonst schafft ihr "wild boys" von duran duran nicht mehr vor viertel nach fünf!"

schade, bob. du warst echt mal was besonderes. heute bist du leider nicht nur wie alle anderen, sondern schlimmer.


Dienstag, August 30, 2011

i hate the way you make me feel.

mir war eigentlich bereits beim losfahren klar, dass der ausflug nach münster sehr viel mehr als ein ausflug sein würde. zu viele erinnerungen und zu viele songs im kopf. und es sind die gleichen lieder wie damals, weil sie zu dieser stadt gehören. mein münster-soundtrack ohne muff potter, die weakerthans, sophia, die ramones, the cure, johnny cash, die cardigans oder die twilight singers? unvorstellbar. es geht auch nicht ohne hot water music, the notwist und the national.

oder eben samiam.

zu jedem anderen zeitpunkt hätte ich luftsprünge gemacht, weil sie hier zu konzertieren gedenken. aber doch nicht JETZT!!!
wo ich sowieso gerade alles in frage stelle. wo ich nicht weiss, wo rechts und links ist. wo jeder gedanke um das gleiche thema kreist. soll ich oder soll ich nicht? wo herz und verstand sich einen erbitterten kampf liefern, bei dem es tote und verletzte geben wird, aber voraussichtlich keinen sieger. wo mich jeder song daran erinnern wird, was war und was sein könnte.

"i know i've changed i watched myself slip away
i've compromised everything's going to be alright"



hingehen werde ich natürlich trotzdem. weil ich, nachdem ich die songs des neuen albums "trips" im komplettstream gehört habe, finde, dass man sich dazu unbedingt neue erinnerungen schaffen muss.

Mittwoch, August 24, 2011

cause i'm havin' so much fun with honey bun.

nachdem ich an dieser stelle lautstark meine freude darüber verkündet habe, "spring awakening" praktisch vor der haustür zu haben, muss ich jetzt zähneknirschend zugeben, dass ich es trotzdem nicht gesehen habe. da waren meine musicalischen prioritäten zu dem zeitpunkt dann doch andere. über die ich AUCH nicht geschrieben habe. asche auf mein haupt.

aber: das ensemble wurde zu einem gastspiel im staatstheater eingeladen und ich bekomme eine letzte neue chance.

dachte ich.
denn das gastspiel wird am 30. oktober stattfinden. zeitgleich mit "musicals in konzert", das mit kristin hölck, maria jane hyde, nivaldo allves und mark polak aufwartet. und schon stecke ich im nächsten gewissenskonflikt.

soll ich eine show, in der die bekanntesten musicals präsentiert werden, einem stück vorziehen, das ich voraussichtlich so schnell nicht wieder zu sehen bekommen werde?
die üblichen verdächtigen aus starlight express, cabaret, grease, rocky horror show, das phantom der oper, evita, elisabeth vs. "so'n verficktes leben!". gibt's da wirklich was zu überlegen? 

kristin hat mich auf der bühne des staatstheaters schon mal vom hocker gehauen. ich sollte jemand neuem die chance geben. sie darf es dann gern bei "glam-rock in concert" wieder versuchen ;)

Montag, August 22, 2011

ein heftpflaster für die seele.





an manche orte kommst du und fühlst dich sofort zu hause. münster zum beispiel. alles ist irgendwie... richtig. du fühlst dich nicht fremd, sondern so, als wärst du schon hundert mal dort gewesen. du musst dich nicht mühsam auf einem stadtplan orientieren, weil du instinktiv den richtigen weg findest. auch wenn er sich erst im nachhinein als der richtige erweist. dich beschleicht dauernd dieses heimelige gefühl von "zu hause".

am anfang lässt du dich verzaubern vom prinzipalmarkt mit seinen historischen giebelhäusern, fröstelst ein bisschen beim anblick der wiedertäufer-käfige am turm der lambertikirche, stellst erstaunt fest, dass das mit der "radfahrerhauptstadt" gar kein klischee ist, besichtigst den dom, trinkst einen cocktail am kreativkai, besuchst den allwetterzoo und kommst vor lauter begeisterung gar nicht mehr dazu, die kamera aus der hand zu legen.
.
beim nächsten besuch hälst du dich von all diesen orten weitgehend fern. du bist ja schließlich kein tourist. wenn du überhaupt etwas besichtigst, dann den zwinger oder den buddenturm und anschließend machst du vielleicht einen spaziergang entlang des dortmund-ems-kanals. du stehst nicht mit dem fotoapparat vor der stadtbücherei, sondern leihst dir ein buch aus, mit dem du dich dann auf einem bei der radstation geliehenen rad auf den weg zum aasee machst. und abends schaust du mal in der kneipe im kuhviertel vorbei, aus der beim letzten mal die coole musik kam.

irgendwann warst du so oft zu gast in dieser stadt, dass du lauter dinge mit einem "lieblings" davor hast. du weisst, wo der beste plattenladen ist, wo man die leckersten bagels im hansaviertel bekommt, welche band abends im "gleis 22" spielt und dass das wirklich spannende am stadthafen nicht der kreativkai, sondern der hawerkamp ist. zumindest für menschen wie dich. den prinzipalmarkt kennst du nur noch von postkarten.

was du beim nächsten besuch unbedingt ändern willst. du holst dir ein eis bei leysieffer, siehst den doppeldeckerbus, mit dem man stadtrundfahrten machen kannst, steigst spontan ein, ertappst dich dabei, wie du all die dinge nochmal ablichtest, die du schon beim ersten besuch geknipst hast und verliebst dich aufs neue.


"münster klebt", sagen die einheimischen und grinsen.
so schreibt es jürgen kehrer in seinem buch "gebrauchsanweisung für münster und das münsterland".
die einheimischen sind sehr, sehr weise menschen. ehrlich.

Dienstag, August 16, 2011

überwasserkirche, mocambo-bar, westfalen-tanke.

ich hätte an dieser stelle - wie angedroht - zwei oder dreihundert sätze über "die päpstin" verlieren sollen. und wenn ich das schon nicht schaffe, hätte ich zumindest erwähnen können, dass das hiesige staatstheater in der neuen spielzeit "cabaret" zum besten gibt und "abba - the symphonical celebration" von "glam"-rock in concert - queen ANOTHER KIND OF MAGIC" abgelöst wird. alex melcher, kristin hölck, judith lefeber und henrik wager als queen wären auf jeden fall eine meldung wert gewesen.

wenigstens habe ich das - wenn auch dezent verpackt - untergebracht, bevor ich mich morgen bis auf weiteres in richtung "überwasserkirche, mocambo-bar, westfalen-tanke" verabschiede.

und hey münster - ich hab dich furchtbar vermisst. meine letzten erinnerungen an dich hatten mit abschiedsschmerz, tränen in den augen und allem an selbstbeherrschung zu tun, das ich so aufbringen konnte. aber so soll das mit uns doch nicht enden, oder? was für ein unrühmliches ende wäre das für eine liebe wie unsere!

es gibt gar keine fotos von dir und mir. dabei hätte ich so gern welche. damit ich irgendwann mal sagen kann: "hey, siehst du, wir haben eine geschichte. du und ich, der prinzipalmarkt und die treppenstufen am aasee, das gleis 22 und green hell, die sputnikhalle und das cineplex, der geheime platz am hafen, den nur wir beide kennen.

natürlich ist es nicht das gleiche, wenn ich JETZT fotos mache, aber wo ich gerade beim verabschieden bin...

Mittwoch, August 10, 2011

ich hab vergessen, wer ich war und ich weiß nicht, wer ich bin.

besetzung "die päpstin" am 2. august 2011:

johanna: sabrina weckerlin
gerold: mathias edenborn
anastasius: niklas gertl
mutter/marioza: eveline suter
fulgentuis/rabanus: dietmar ziegler
vater/papst sergius: norbert conrads
aeskulapius: dennis henschel
arsenius: nikolas gerdell
richild: tabea grün
lothar: markus g. kulp
johannes: stefan przywara
kleine johanna: denise stüss
kleiner johannes: valentin teufel


bericht folgt. wahrscheinlich ;)

Dienstag, August 09, 2011

the saturdays you never spent.

bevor ich mir selbst ein bild von "spring awakening" in der nachrichtenmeisterei mache, gibt's einen kleinen vorgeschmack in form eines videos vom hessischen rundfunk und dem bereits am freitag erschienen artikel in der hna.

Freitag, Juli 29, 2011

fußball ist immer noch wichtig.

oder: die nächste saison ist immer die nächste.

Dein Verein heißt:
borussia dortmund.

und wenn jetzt jemand denkt: „ja, ne, is klaaa! meister und so!“… nein, nicht ganz. mein herz hab ich bereits 1989 an diesen verein verloren und meine dauerkarte für die südtribüne besitze ich seit mehr als zwölf jahren. und in dieser zeit waren "wir" sehr viel öfter NICHT meister.

Wie lautet das offizielle Saisonziel, sofern es bekannt ist?
der trainer sagt: „das einzige, was ich möchte, ist spiele zu gewinnen“.
das halte ich im fußball grundsätzlich schon mal für einen guten plan. und je öfter er auf dem rasen umgesetzt wird, desto weiter oben wird der verein in der tabelle landen. sag ich jetzt mal so.


Wie lautet DEIN Saisonziel für deinen Verein oder deine Vereine?
wenn die herren auf dem platz so viel spaß haben machen, wie in der vergangenen saison, bin ich glücklich.

Welchen Spieler hätte deine Mannschaft in der Pause lieber nicht abgegeben?
vom sportlichen standpunkt aus: nuri sahin.
aber wer den in tränen aufgelösten dede gesehen hat, weiss, wer emotional die größte lücke hinterlässt.

Welchen Spieler hätte deine Mannschaft besser verkaufen sollen?
keinen.


Wen hätte deine Mannschaft diese Saison lieber NICHT gekauft?
wie soll ich denn diese frage schon VOR der saison beantworten?

Wer von den neuen Spielern wird deiner Mannschaft am besten helfen?
wie soll ich denn diese frage schon VOR der saison beantworten?

Wie wirst du in dieser Saison deine Mannschaft unterstützen?
in dem ich von der südtribüne - block 12, mitte - mit meinem so inbrünstig wie schief vorgetragenem "you'll never walk alone" den gegner erschrecke.

Wie findest du das neue Trikot Deiner Mannschaft?
es gab schönere. schlimmere aber auch. und alles, was nicht neongelb ist, lässt mich schon mal aufatmen.

Welcher Stürmer wird die Torjägerkanone holen?
lucas barrios.

Welcher Trainer wird als erstes gefeuert?
herr klopp wird es nicht sein, alle anderen sind mir herzlich egal.

Welche Mannschaft wird das erste Tor der Saison schießen?
die besten chancen haben – berücksichtigt man mal die spieltagsansetzung – der bvb und der hsv.

Welche Mannschaften SOLLTEN absteigen?
ich schätze, dass augsburg es schwer haben wird. aber von SOLLEN kann da keine rede sein.
 

Welche Mannschaft wird Meister?
vermutlich die mit den meisten punkten.

Wenn du nicht im Stadion bist, wo wirst du die Spiele sehen?
gar nicht. oder WENN, dann nur kurze ausschnitte. fußball im fernsehen ist so... *gähn*

Wie sehr vermisst du die Bundesliga auf einer Skala von 1 bis 10 – wobei bei 1 so ziemlich keine Träne nach der Bundesliga verdrückt wird und 10 quasi bedeutet, dass du ernste Entzugserscheinungen hast?
anfangs vermisse ich meist gar nichts, nach zwei wochen dann die jungs, mit denen ich sonst auf der tribüne stehe und wenn die neue saison beginnt, hab ich mich so daran gewöhnt, samstags tun zu können, worauf ich spontan lust habe, dass ich meine dauerkarte verschenken möchte.
und dann kommt der moment, in dem ich auf dem parkplatz c1 stehe, auf die gelben arme des westfalenstadions blicke und denke: „zu hause isses doch am schönsten!“.

oder anders gesagt:



Wird es eine spannende Saison für Deine Mannschaft?
davon gehe ich jetzt einfach mal aus.

Sonntag, Juli 24, 2011

der tanz der wilden herzen beginnt.

nachdem man es in köln mit dem time warp auf der domplatte vorgemacht hat:
tanz der vampire-flashmob in stuttgart.





beide videos von stuttgartmusicals

Freitag, Juli 22, 2011

die besten lieder sind gesungen.

as long as the music's loud enough,
we won't hear the world falling apart.

Donnerstag, Juli 14, 2011

totally fucked – will they mess you up?

heute hätte ich wegen einem litfasssäulenplakat beinahe einen auffahrunfall verursacht. aber das weiße plakat mit dem roten schriftzug, den ich schon auf einige entfernung (und ich bin kurzsichtig!) als den des musicals "spring awakening" erkennen konnte, ließ mich ruckartig auf die bremse treten. die dame hinter mir war "not amused", ich dagegen schon. stand da doch zu lesen, dass das stück praktisch vor meiner haustür gespielt werden würde. yaaay.

im english theatre frankfurt hab ich "spring awakening" leider verpasst und man wird diese beiden aufführungen nicht im ansatz vergleichen können, aber wenigstens bekomme ich die chance, das stück überhaupt zu sehen. und bei fünf euro fürs ticket kann man SO viel wahrscheinlich nicht falsch machen.

spring awakening in kassel

Dienstag, Juli 12, 2011

taken by a stranger.

die anspielung auf den diesjährigen beitrag zum esc kommt nicht von ungefähr und auch nur deshalb vor, weil der titel so schön zu "lost - hänsel und gretel" passte und ein erträglicher teil dieses songs zitiert wurde.
es sollte nicht die einzige anspielung bleiben. tatort, james bond, killer queen, glinda... alles vertreten. und trotzdem bekam das publikum kein zusammengeklautes sammelsurium zu sehen, sondern ein sehr eigenes stück. wie man es von michael fajgel eben so kennt.
 

fortsetzung folgt... bis dahin gibt's ein kurzes video vom hessischen rundfunk
und ein paar fotos von der location und der bühne. leider war das fotografieren auch beim schlussapplaus nicht erlaubt.

bühne & bootsanleger

 


Freitag, Juli 08, 2011

just because i’m losing doesn’t mean i’m lost.

wie jeden sommer seit inzwischen vier jahren gibt es auf der wunderschönen blumeninsel "siebenbergen" in der karlsaue im rahmen des brüder grimm-festivals wieder ein märchenmusical zu sehen. eine bessere location kann man sich dafür auch kaum vorstellen. 
einen besseren regisseur übrigens auch nicht. denn - wie ich an anderer stelle bereits erwähnt habe, kann man sich sicher sein, dass sich michael fajgel mit liebe zum detail seiner arbeit widmet. nicht umsonst war das publikum in den vergangenen jahren hingerissen von stücken, darstellern und location.

was es im vorfeld zu sagen gab, hat er - samt seinen beiden hauptdarstellern - bettina fraschke von der hna-kulturedaktion gesagt:

"Regisseur und Autor Michael Fajgel, 53, leitet das Musicaltheater tic in Kassel. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Fajgel ist in Hannover geboren und lebt seit 1987 in Kassel. „Lost - Hänsel und Gretel“ ist sein viertes Grimm-Musical für die Insel Siebenbergen. Seine Frau Loreen ist für die Choreografien zuständig.

Denise Vilöhr, 22, spielt die Gretel. Die ledige Hernerin hat ihre Musicalausbildung in Osnabrück gemacht. Sie lebt in Bremen und steht dort unter anderem mit einer Schlagerrevue auf der Bühne.

Tim Müller, 28, ist Aachener und lebt ledig in Köln. Nach der Musicalausbildung in München ist er seit fünf Jahren im Geschäft. Aktuell probt er noch in Hildesheim.

Wie sind Sie auf die Idee für Ihr viertes Märchenmusical gekommen?
Michael Fajgel: Die Kasseler Insel passt zu dieser Fernsehserie „Lost“, von der ich alle sechs Staffeln gesehen habe. Ich war hier und hatte den Gedanken an das Verlorengehen im Kopf. Dazu passt dann das Märchen von Hänsel und Gretel.

Erklären Sie bitte die Grundidee von „Lost“ für die, die den Stoff nicht kennen.
Fajgel: Man muss die Serie nicht kennen, um das Stück zu verstehen. Menschen gehen darin bei einem Flugzeugabsturz auf einer Insel verloren.

Und hier sind es zwei Kinder.

Fajgel: Die Insel ist für sie scheinbar ein Schlaraffenland. Denn hier gibt es einen Rummelplatz. Ein Knusperhäuschen gibt es auch. Aber wir haben keine Hexe. Sondern eine ältere Dame, die Kinder für sich arbeiten lässt. Alle elternlos.

Ist das Stück dieses Jahr besonders ernst?
Fajgel: Auch. Es wird viel über das Thema gesungen.
Denise Vilöhr: Genau wie darüber, niemals erwachsen werden zu wollen.
Fajgel: Den Kindern wird am Ende die Insel gehören, jedenfalls für eine Weile. Sie singen davon, dass Eltern sie nicht dauernd bewerten und benoten sollen. Wir machen natürlich auch viel Quatsch, aber das Stück hat durchaus ernste Seiten.

Wie klingt die Musik?
Fajgel: Roland Oumard hat Popballaden geschrieben, es gibt aber auch eine tolle Kung-Fu-Fighting-Nummer und ein Stück, das nach Musical klingt.
Tim Müller: In einem Moment träumen wir, dann haben wir aber auch eine richtige James-Bond-Nummer.

Wie hat sich das Brüder-Grimm-Musical entwickelt im vierten Jahr, was ist neu?
Fajgel: Unsere Bühne hat einen anderen Aufbau, sie hat die Form eines Landungspiers und ist so besser zu bespielen. Außerdem schaffen wir so mehr Zuschauerplätze.

Was ist für Sie als Darsteller das Besondere am Stück?
Vilöhr: Wie Bruder und Schwester zusammenhalten.
Müller: Ich muss ja immer auf meine kleine Schwester aufpassen. Der Hänsel hat einen Beschützerinstinkt, will aber auch Detektiv sein.
Vilöhr: Gretel ist viel ängstlicher, aber auch frech.

Wie ist es, Kinder zu spielen?
Vilöhr: Das macht Spaß. Man kann alles entdecken, ist neugierig, kann lernen. Jeder war mal Kind und weiß noch, wie das ist.
Müller: Wir sehen ja auch noch jung aus. Jedenfalls, wenn ich meinen Bart abrasiert habe.
Vilöhr: Bei Kindern merkt man sofort, wenn etwas nicht authentisch ist. Kinder sind superehrlich. Das ist schön zu spielen.

Aber ein Liebesduett haben Sie nicht.
Vilöhr: Das braucht das Stück auch nicht. Unser größter Moment ist das Duett auf der Schiffsschaukel, wo wir singen, dass wir nie erwachsen werden wollen.
Müller: Das ist sehr pur, sehr minimalistisch. Roland Oumard hat das sehr schön komponiert.
Vilöhr: Vielleicht ist das etwas, das sich Erwachsene auch wünschen.


ich bin wirklich gespannt, was mich am sonntag erwartet. da ich aber noch nie enttäuscht von dem war, was die tic-leute auf die beine gestellt haben, rechne ich auch diesmal nicht damit.

noch dazu findet das ganze an einem meiner lieblingsplätze statt.

brücke nach siebenbergen (foto: hna regiowiki)


blick zur schwaneninsel (foto: hna regiowiki)

Montag, Juli 04, 2011

all lovers hell.

"Geliebter junger Mann,
dies ist ein Liebesbrief. Ich sage es dir lieber gleich, weil du es vielleicht nicht ahnen konntest. Ein Liebesbrief ist ein altmodisches Medium, um altmodische Dinge zu sagen und altmodische Geständnisse zu machen, die man im richtigen Leben nicht über die Lippen bringt. Man kann Geständnisse auch auf die moderne Art machen: digital, mit Musik und Geldgeschenken. Dieses Geständnis ist so altmodisch, ich schreibe es mit Tinte und auf knittriges Papier und werde es vielleicht niemals über mich bringen, es dir zu überreichen. Denn vielleicht fehlt mir diese eine altmodische Sache, die man gemeinhin als Mut bezeichnet. Ich würde dir alles persönlich sagen, mit gesprochenen Worten, mit meiner eigenen Stimme, doch immer, wenn ich vor dir stehe, kommt kein Wort aus meinem Mund. Sitzen wir irgendwo nebeneinander, machen in meinem Innern kleine Menschen mit stumpfen Bastelscheren aus meinen Organen kleine Schnipsel, blutige Scherenschnitte mit ausgefransten Kanten. Manches Mal schnürt deine Anwesenheit mein Herz und meine Lungenflügel ganz fest zu einem kleinen Paket zusammen, so dass beide ihre Funktion für einige Zeit nicht mehr ausüben können. Manchmal bebt die Erde, wenn du neben mir stehst, dann möchte ich die Arme ausstrecken und mich an dir festhalten, dich berühren. Doch die Umstände teilen unser gemeinsames Dasein in zwei Hälften – Dich und Mich, und irgendwie ist da kein Uns.
Geliebter junger Mann, du siehst, wie es um meinen Geisteszustand steht: Dies ist ein Liebesbrief. Einer, wie er im Buche steht. Einer, wie du ihn vielleicht nie bekommen wolltest. Ich sage es dir jetzt gleich, weil ich an seinem Ende vielleicht vollständig meinen Verstand verloren haben werde."

mein ultimativer tipp für den nächsten liebesbrief: bei sarah abschreiben!



Sonntag, Juli 03, 2011

come on! where's your will to be weird.



james douglas morrison
* 8. dezember 1943   † 3. juli 1971

 




















"i see myself as a huge fiery comet, a shooting star. 
everyone stops, points up and gasps "oh look at that!"
then- whoosh, and I'm gone...
and they'll never see anything like it ever again...

and they won't be able to forget me - ever." 




das mit mir und den doors war nicht gerade liebe auf den ersten blick. doch als sie mich schließlich erwischt haben, geschah das mit einer heftigkeit, die mich noch heute erschreckt.



bezeichnend, dass nicht die musik der anfang war, sondern ein artikel in einem „stern biografie spezial“, der nicht dazu taugte, dass man dieser band augenblicklich mit herz und hirn verfallen wollte. eher im gegenteil. mich aber machte er hauptsächlich neugierig, denn ich war sicher, dass das bild, das dort von jim morrison gezeichnet wurde, nicht alles gewesen sein konnte. ich wollte wissen, wie dieser mensch wirklich gewesen war. von leuten, die ihn tatsächlich gekannt hatten, die zeit mit ihm verbracht und einen blick hinter das image geworfen hatten, das er selbst aufgebaut hatte.



biografien über jim morrison gibt es unzählige. unmöglich, sich daraus ein klares bild des menschen jim morrison zu machen. jeder, der ihn kannte, hat seine eigene wahrheit. wo ray manzarek den sensiblen poeten und überdurchschnittlichen klugen menschen zum thema macht, beschreibt john densmore eine zeitbombe, von der man nie wusste, wann sie hochgehen würde, jemanden, den man fühlen konnte, bevor er da war. patricia kennealy, die jim in einer hexenzeremonie geheiratet hat, zeichnet ein völlig anderes bild als pam courson, die jim als seine „kosmische gefährtin“ bezeichnet hat, es getan hätte. wo rainer moddemann fakten und interviews für sich sprechen lässt, erzählt danny sugerman, wie er als junger mann die zeit mit den doors erlebt hat. philip steeles „city of light“ zeichnet – fiktiv wohlgemerkt – die letzten tage von jim in paris nach, während bob seymore sich auf berichte von augenzeugen beruft, die gesehen haben wollen, dass jim im „rock’n roll circus“ an einer überdosis gestorben sein soll.



es ist unmöglich, zwischen mythos und wahrheit zu unterscheiden. erst recht jetzt, wo sich sein todestag zum vierzigsten mal jährt, jede musikzeitschrift ihn mit den „adonis-fotos“, die er so gehasst hat, erneut aufs cover hievt und mit „neuen details“ um verkaufszahlen buhlt. der rolling stone hat es vor jahren vorgemacht. „he’s hot, he’s sexy and he’s dead“. und all das ist er noch immer. alles, was es zu sagen gab, ist gesagt, jede haarsträubende theorie bis zum erbrechen ausgeschlachtet.



vierzig jahre nach seinem tod ist jim morrison noch immer der posterboy der hippie-generation. dabei waren die doors das gegenteil dessen, was man sich heute unter „hippies“ vorstellt. sie waren der gegenentwurf zu den typen mit batikshirt und blumen im haar. sie waren düster und immer ein bisschen gefährlich. 

irgendwann kam das publikum nicht mehr, um die musik zu hören. sie wollten sehen, wie jim, der am anfang seiner karriere so schüchtern war, dass er nur mit dem rücken zum publikum singen konnte, ausser kontrolle geriet. er tat ihnen diesen gefallen. oder sich? er wollte immer herausfinden, wie weit er seine zuhörer bringen konnte. er hat nicht nur sich und seine band an die grenzen gebracht, sondern jeden, der bereit war, sich darauf einzulassen. und irgendwann hat er die kontrolle verloren. über sich, über die dinge, die er in gang gesetzt hatte.



für mich sind die doors viel mehr als „light my fire“ oder „break on through“ oder die eben schon erwähnten „adonis-fotos“ von jim, die wahrscheinlich jedes kind kennt.

MEINE doors sind vor allem drei unfassbar gute musiker, die es immer geschafft haben, ihrem unberechenbaren frontman zu folgen, mit ihm zu improvisieren und ihn auf den boden zu holen. egal, wie hoch er auch geflogen sein mag.

als sie dazu nicht mehr in der lage waren, waren die doors geschichte. und das ist sicher nicht manzarek, densmore oder krieger zuzuschreiben, sondern morrison allein. oder besser: seinem hass auf das selbst gewählte image des „lizard kings“, dem er nicht mehr entkommen konnte, obwohl er nichts anderes wollte.



„er war ein poet, der dazu verdammt war zu singen, um sich gehör zu verschaffen“ ist einer der meist zitierten sätze, wenn es darum geht, jim morrison zu beschreiben. und er ist treffender als alles, was man sonst so über ihn sagt. wer sich die mühe macht, seine gedichte zu lesen, wird verstehen, was damit gemeint ist. und wer sich diese mühe nicht machen möchte, dem sei „an american prayer“ ans herz gelegt, denn dort liest jim seine gedichte selbst. an seinem 27. geburtstag. allein. erst nach seinem tod untermalte seine band diese gedichte mit musik.



die doors hatten nur sechs jahre, um sich ihren platz in der geschichte zu sichern. und sie wären heute nicht das, was sie sind, hätten sie mehr zeit gehabt. sie wären heute nicht das, was sie sind, hätte jim aus paris den weg zurück gefunden. jims tod hat sie unsterblich gemacht. sein tod hat IHN unsterblich gemacht. er hat es seiner band aber auch unmöglich gemacht, diesem übergroßen schatten jemals zu entkommen. für die meisten menschen IST jim bis heute gleichbedeutend mit THE DOORS.



die doors und jim morrison waren geschichte, lange bevor ich geboren wurde. es wird mich dieser band und diesem menschen nicht näher bringen, wenn ich an diesem grab stehe.

pere lachaise, 6. division, 2. reihe, grab 5.









Samstag, Juli 02, 2011

hush all that noise.



beatsteaks. berlin. wuhlheide.
und die vorfreude steigt in schwindelnde höhen.

Freitag, Juli 01, 2011

baby i'm done. i gotta go home.

ich LIEBE meinen job heiß und innig. wirklich.und ich habe definitiv lieber stress als (theoretisch) zeit, mir die fingernägel zu lackieren. aber für diese woche bin ich bedient.

alles, was ich jetzt noch will, ist:
- einen parkplatz vor der haustür oder zumindest auf der gegenüberliegenden straßenseite
- jemanden, der mir die wasserkiste in die wohnung trägt
- mein selbstgemachtes chili con carne
- klingel und telefon abstellen
- handy ausschalten
- aufs sofa
- die zweite staffel "the big bang theory"
- selig während einem der zahllosen monologe von sheldon cooper wegschlummern
- morgen nicht vor 10 uhr wieder aufwachen.

soweit die theorie.
in der praxis werde ich reis, paprika, ananas, mais und anderen unrat in eine schüssel werfen, dem geburtstagskind das ganze als "reissalat" verkaufen, zwei bier trinken und trotz eines geräuschpegels wie vor der greenstage auf dem hurricane um halb zehn auf einem stuhl einschlafen und mich so

a) zum gespött aller anderen gäste machen
b) unvorteilhaft fotografiert auf facebook wieder finden
c) das restliche wochenende mit nackenschmerzen herumplagen
d) montagmorgen im büro das gefühl haben, nie weg gewesen zu sein.

jippie.


Donnerstag, Juni 30, 2011

i didn't recognize you without the handcuffs.



rent - the movie. 
roger: adam pascal; mimi: rosario dawson.

ich hab seit TAGEN einen fiesen ohrwurm von diesem song.
dabei habe ich "rent" - weder in der film- noch in der broadwayfassung - in letzter zeit gesehen. was es natürlich umgehend nachzuholen gilt.
und trotzdem: normalerweise bleibt bei solchen gelegenheiten eher "out tonight" oder "tango: maureen" in den gehörgängen hängen.

strange ♥

Freitag, Juni 24, 2011

a kiss to send us off.

Haben Sie sich jemals eine Familie gebaut? Ich glaube, dass es darum geht, selbst anzupacken, aus den Dingen, die herumliegen, etwas zu bauen, dass Bestand hat oder zumindest für einige Zeit etwas aushält. Haben Sie sich jemals eine Kapuze über den Kopf gezogen? Ich glaube, so ist das. Dinge haben, die machen, dass man nicht nass wird. Sich Menschen suchen, die aufpassen, und auf die man aufpasst. Haben Sie jemals eine Veränderung vorgenommen? Ich glaube, es ist okay, auch mal Nein zu sagen. einen Schutzkreis zu ziehen, der sagt: Bis hierhin und nicht weiter. Es ist okay zu sagen: Bis später, nicht jetzt. Haben Sie jemals nach Jahren jemanden wiedergetroffen und gewusst, wer es ist? Ich meine, nicht vom Namen her sondern von den Farben innen drin. Nicht? Dann wird es Zeit. Finden Sie jemanden wieder, trauen Sie sich, jemanden gehen zu lassen, zittern Sie dabei, haben Sie Angst, überwinden Sie sich, aber zum Teufel nochmal tun Sie etwas.

- elisabeth rank -


dass ich ausgerechnet jetzt über einen solchen text stolpere, ist wie die bestätigung, dass ich richtig liege, dass ich schon die ganze zeit richtig gelegen habe.
es gibt menschen, die gehören schon so lange zu meinem leben, dass ich es mir ohne sie gar nicht vorstellen konnte. dabei hab ich schon vor monaten insgeheim gewusst, dass wir nichts mehr gemeinsam haben, dass unsere interessen sich in völlig unterschiedliche richtungen entwickelt haben - oder besser: dass ich einfach nicht mehr gewillt bin, MEINE interessen immer unterzuordnen.
plötzlich gibt es andere, die wichtiger sind, die besser zuhören und verstehen.
und plötzlich ist es auch gar nicht mehr so schwer zu sagen: bis hierhin und nicht weiter.