Freitag, Juli 08, 2011

just because i’m losing doesn’t mean i’m lost.

wie jeden sommer seit inzwischen vier jahren gibt es auf der wunderschönen blumeninsel "siebenbergen" in der karlsaue im rahmen des brüder grimm-festivals wieder ein märchenmusical zu sehen. eine bessere location kann man sich dafür auch kaum vorstellen. 
einen besseren regisseur übrigens auch nicht. denn - wie ich an anderer stelle bereits erwähnt habe, kann man sich sicher sein, dass sich michael fajgel mit liebe zum detail seiner arbeit widmet. nicht umsonst war das publikum in den vergangenen jahren hingerissen von stücken, darstellern und location.

was es im vorfeld zu sagen gab, hat er - samt seinen beiden hauptdarstellern - bettina fraschke von der hna-kulturedaktion gesagt:

"Regisseur und Autor Michael Fajgel, 53, leitet das Musicaltheater tic in Kassel. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Fajgel ist in Hannover geboren und lebt seit 1987 in Kassel. „Lost - Hänsel und Gretel“ ist sein viertes Grimm-Musical für die Insel Siebenbergen. Seine Frau Loreen ist für die Choreografien zuständig.

Denise Vilöhr, 22, spielt die Gretel. Die ledige Hernerin hat ihre Musicalausbildung in Osnabrück gemacht. Sie lebt in Bremen und steht dort unter anderem mit einer Schlagerrevue auf der Bühne.

Tim Müller, 28, ist Aachener und lebt ledig in Köln. Nach der Musicalausbildung in München ist er seit fünf Jahren im Geschäft. Aktuell probt er noch in Hildesheim.

Wie sind Sie auf die Idee für Ihr viertes Märchenmusical gekommen?
Michael Fajgel: Die Kasseler Insel passt zu dieser Fernsehserie „Lost“, von der ich alle sechs Staffeln gesehen habe. Ich war hier und hatte den Gedanken an das Verlorengehen im Kopf. Dazu passt dann das Märchen von Hänsel und Gretel.

Erklären Sie bitte die Grundidee von „Lost“ für die, die den Stoff nicht kennen.
Fajgel: Man muss die Serie nicht kennen, um das Stück zu verstehen. Menschen gehen darin bei einem Flugzeugabsturz auf einer Insel verloren.

Und hier sind es zwei Kinder.

Fajgel: Die Insel ist für sie scheinbar ein Schlaraffenland. Denn hier gibt es einen Rummelplatz. Ein Knusperhäuschen gibt es auch. Aber wir haben keine Hexe. Sondern eine ältere Dame, die Kinder für sich arbeiten lässt. Alle elternlos.

Ist das Stück dieses Jahr besonders ernst?
Fajgel: Auch. Es wird viel über das Thema gesungen.
Denise Vilöhr: Genau wie darüber, niemals erwachsen werden zu wollen.
Fajgel: Den Kindern wird am Ende die Insel gehören, jedenfalls für eine Weile. Sie singen davon, dass Eltern sie nicht dauernd bewerten und benoten sollen. Wir machen natürlich auch viel Quatsch, aber das Stück hat durchaus ernste Seiten.

Wie klingt die Musik?
Fajgel: Roland Oumard hat Popballaden geschrieben, es gibt aber auch eine tolle Kung-Fu-Fighting-Nummer und ein Stück, das nach Musical klingt.
Tim Müller: In einem Moment träumen wir, dann haben wir aber auch eine richtige James-Bond-Nummer.

Wie hat sich das Brüder-Grimm-Musical entwickelt im vierten Jahr, was ist neu?
Fajgel: Unsere Bühne hat einen anderen Aufbau, sie hat die Form eines Landungspiers und ist so besser zu bespielen. Außerdem schaffen wir so mehr Zuschauerplätze.

Was ist für Sie als Darsteller das Besondere am Stück?
Vilöhr: Wie Bruder und Schwester zusammenhalten.
Müller: Ich muss ja immer auf meine kleine Schwester aufpassen. Der Hänsel hat einen Beschützerinstinkt, will aber auch Detektiv sein.
Vilöhr: Gretel ist viel ängstlicher, aber auch frech.

Wie ist es, Kinder zu spielen?
Vilöhr: Das macht Spaß. Man kann alles entdecken, ist neugierig, kann lernen. Jeder war mal Kind und weiß noch, wie das ist.
Müller: Wir sehen ja auch noch jung aus. Jedenfalls, wenn ich meinen Bart abrasiert habe.
Vilöhr: Bei Kindern merkt man sofort, wenn etwas nicht authentisch ist. Kinder sind superehrlich. Das ist schön zu spielen.

Aber ein Liebesduett haben Sie nicht.
Vilöhr: Das braucht das Stück auch nicht. Unser größter Moment ist das Duett auf der Schiffsschaukel, wo wir singen, dass wir nie erwachsen werden wollen.
Müller: Das ist sehr pur, sehr minimalistisch. Roland Oumard hat das sehr schön komponiert.
Vilöhr: Vielleicht ist das etwas, das sich Erwachsene auch wünschen.


ich bin wirklich gespannt, was mich am sonntag erwartet. da ich aber noch nie enttäuscht von dem war, was die tic-leute auf die beine gestellt haben, rechne ich auch diesmal nicht damit.

noch dazu findet das ganze an einem meiner lieblingsplätze statt.

brücke nach siebenbergen (foto: hna regiowiki)


blick zur schwaneninsel (foto: hna regiowiki)

2 Kommentare:

  1. Anonym03:15

    was die tic-leute auf die beine gestellt haben????????

    Was die Brüder Grimm Festival Kassel e.V. Leute auf die Beine gestellt haben... sollte man erwähnen.

    Nur TIC würde auch im TIC bleiben und es nicht Open Air auf eine Bühne in die Aue zur Insel Siebenbergen schaffen.

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  2. liebe/r anonym,

    "auf die beine stellen" ist tatsächlich etwas unglücklich formuliert, denn dabei denkt man ganz offensichtlich eher an all die helfenden hände die nötig sind, dieses festival zu dem zu machen, was es ist.

    meine bemerkung - wie auch das komplette vorhergehende interview - bezieht sich ausschließlich auf das stück selbst. und das haben mit michael fajgel und roland oumard doch "tic-leute" geschrieben. sollte ich da falsche informationen haben, lasse ich mich gern korrigieren.

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